Wenn der Biss nicht stimmt

Alles zum Thema CMD - craniomandibuläre Dysfunktion

Bruxismus (Zähnepressen)

Das unterbewusste Knirschen mit den Zähnen

Als Bruxismus (griech. Brygmus) bezeichnet man das unbewusste Pressen und Knirschen der Zähne. Es handelt sich dabei um unbewusste Bewegungsabläufe, die auch als Parafunktion (Oral Habit) bezeichnet werden. Neben dem Zähneknirschen zählen auch Lippen- und Wangenbeißen, Daumenlutschen oder Fingernägelkauen zu den Parafunktionen. Der Bruxismus im Speziellen gehört gleichzeitig zur Symptomatik einer Kiefergelenkserkrankung. Hierbei kann der Bruxismus sowohl Ursache, als auch Folge dieser sein.

Sowohl nachts als auch tagsüber kann sich der Bruxismus in mehr oder weniger starker Intensität äußern. Man spricht dabei auch von Wachbruxismus und Schlafbruxismus. Zurückzuführen ist der Bruxismus auf Probleme mit dem Biss, der sogenannten Okklusion. In der Zahnmedizin wird damit die Verzahnung zwischen den Zähnen des Ober- und Unterkiefers beim Zusammenbiss bezeichnet. Ist dieser fehlerhaft, verschoben oder gestört, kann das unbewusste Knirschen mit den Zähnen einsetzen.

Welche Ursachen hat Bruxismus?

Nicht jeder Mensch, der über keine perfekte Okklusion verfügt, muss zwangsläufig an Bruxismus erkranken. Bruxismus kann auch einfach eine erworbene Angewohnheit sein, die sich mit den Jahren manifestiert hat. Pauschale Ursachen für Bruxismus zu nennen, gestaltet sich schwierig, da sie sehr vielfältig sind und dieses Leiden bislang innerhalb der Medizin noch nicht ausgiebig erforscht wurde.

Fest steht jedoch, dass für solche unbewusst herbeigeführten Bewegungsstörungen eine Fülle an Faktoren und Auslösern zur Verfügung steht. Häufig ist Bruxismus tief mit seelischen Störungen verankert oder auf nervliche Anspannungen und Stress zurückzuführen, die im Schlaf verarbeitet werden. Weitere Auslöser und was Sie gegen das Zähneknirschen tun können, erfahren Sie in dem Bereich Bruxismus Ursachen.

Symptome von Bruxismus

Die charakteristischen Symptome, an denen man Bruxismus erkennen kann, sind Schmerzen an den Zähnen und Kiefergelenken. Auch Verspannungen im Kopf-und Nackenbereich sind aufgrund der Überbelastung des Kaumuskels typisch. Je nach Form des vorliegenden Bruxismus (Wach- oder Schlafbruxismus) sowie der Ursachenkette, z.B. falls eine Kiefergelenkserkrankung vorliegt, können auch unterschiedliche Beschwerden auftreten.

Um die Bruxismus-Symptome zu erkennen und ihre Ursache zu therapieren, erfordert es Fingerspitzengefühl von Seiten des Behandlers. Eine umfassende und sorgfältige Untersuchung unterstützt dabei die Diagnostik und hilft im Hinblick auf die Linderung der Beschwerden. 

Auswirkungen und Folgen von Bruxismus

Die mechanischen Auswirkungen von Bruxismus sind enorm. Da der Körper durch muskuläre und nervale Strukturen mit dem Kauorgan in Verbindung steht, wird jede noch so minimale Abweichung von der Norm vom Kausystem bzw. dem Körper wahrgenommen. Die Veränderung der Bisslage, wie sie bei Bruxismus zu beobachten ist, kann die Kaumuskulatur soweit traumatisieren, dass es zu einer erhöhten Muskelspannung kommt. Durch diese können einzelne Muskelbereiche verhärten und akute oder chronische Schmerzen und Beschwerden auslösen.

Neben muskulären Verspannungen kann Bruxismus auch Folgen auf andere Bereiche des Körpers wie die Beine oder den Rücken haben. Auch die Psyche kann in Form von Schlafstörungen oder nervlicher Belastung betroffen sein. Unbehandelt kann Bruxismus zu schweren, weitreichenden Folgen führen, die sie hier ausführlich nachlesen können: Bruxismus Folgen.

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Weitere Formen des Bruxismus – Das Zahnklemmen

Neben dem Knirschen mit den Zähnen gibt es auch das sogenannte Zahnklemmen oder auch Zahnpressen. Dabei werden beide Kiefer sehr fest aneinander gepresst ohne eine Kaubewegung auszuführen. Durch diesen sehr starken Druck auf die Zähne kann der Zahn in sein Zahnfach hineingedrückt werden, indem seine lebensversorgenden Gefäße langführen. Ist der Pressdruck zu hoch, kann dabei die Blutversorgung des Zahns unterbrochen werden und im schlimmsten Fall zum Absterben des Zahnnervs (Pulpa) und somit zum Verlust des Zahns bzw. der Zähne führen. 

Bruxismus-Therapie

Die Komplexität von Bruxismus, seinen Auslösern und Symptomen, verhindert ein gradliniges Prinzip der Behandlung. Das heißt, für Bruxismus gibt es keine einheitliche Therapieform. Man konzentriert sich deshalb zunächst auf die Symptome des Bruxismus und ihrer Linderung. In der Regel findet eine initiale Schienentherapie Anwendung, die das Tragen einer sogenannten Aufbissschiene vorsieht. Diese soll vor der weiteren Abnutzung der Zähne schützen und die Beanspruchung auf die Kaumuskulatur mindern.   

Im Rahmen der Behandlung einer craniomandibulären Dysfunktion (CMD) kann die Behandlung von Bruxismus inbegriffen sein. Durch den Einsatz bildgebender Diagnostik wie der Funktionsaufnahme, der digitalen Volumentomographie oder der Magnetresonanztherapie, können eine weitere Abklärung der Ursachen des Bruxismus erfolgen und Rückschlüsse auf das Beschwerdebild und die Therapie des Patienten getroffen werden. Nicht selten erweist sich in diesem Rahmen auch eine fachübergreifende Therapie als sinnvoll.

Ferner können auch alternative Heilmethoden zur Behandlung von Bruxismus hinzugezogen werden. Als sinnvoll hat sich unter anderem die Homöopathie, die durch das Verabreichen pflanzlicher  Präparate eine Entspannung während des Schlafs erzielen und das Zähneknirschen vorübergehend ausschalten kann, bewährt.  Erfahren Sie hier, mit welchen anderen Methoden man Bruxismus therapieren kann.

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