Wenn der Biss nicht stimmt

Alles zum Thema CMD - craniomandibuläre Dysfunktion

Wie bei einer CMD-Patientin mit einfachen Mitteln jahrelang bestehende Beschwerden beseitigt werden konnten

Ein besonderer CMD-Patientenfall von Dr. Ralf-Günther Meiritz, Kieferorthopäde aus Schlüchtern bei Fulda

Eine Patientin im Alter von 50 Jahren stellte sich in unserer Praxis auf Grund einer umfangreichen Schmerzsymptomatik vor. Sie klagte über starke Schmerzen im Bereich des linken Kiefergelenks, über Nacken- und Schulterschmerzen, sowie über ständiges Einschlafen der Arme. Außerdem gab sie an, seit ca. 10 Jahren unter Kopfschmerzen zu leiden. Die Drehung des Kopfes war schmerzbedingt nur eingeschränkt möglich. Im ausführlichen Gespräch mit unserer Patientin, stellt sich außerdem heraus, dass sie mit Konzentrationsschwierigkeiten und Erschöpfungsgefühl zu kämpfen hatte.

Eine erste Untersuchung lieferte den Verdacht auf eine teilweise Vorverlagerung der Gelenkscheiben beider Kiefergelenke. Dies ging einher mit Verspannungen zahlreicher Muskeln. Um unserer Patientin eine schnelle Linderung Ihrer Schmerzen zu ermöglichen, wurde ihr in der gleichen Sitzung eine Wasserkissenschiene angepasst. Diese sollte die Patientin so oft wie möglich, außer beim Essen, tragen. Außerdem wurden ihr spezielle physiotherapeutische Übungen (Dr. W. Stelzenmüller) erklärt und demonstriert. Diese Übungen sollte die Patientin drei Mal täglich durchführen. Dazu erhielt sie eine Broschüre, in der alle Übungen detailliert beschrieben und bebildert sind.

Nach ca. vier Wochen stellte sich unsere Patientin zur Kontrolle in der Praxis vor. Sie berichtete von einer deutlichen Verbesserung, die bereits nach ca. einer Woche durch diese einfachen Maßnahmen erzielt werden konnte.

Nun schloss sich eine ausführliche Untersuchung an, um die kausale Behandlung des Erkrankungsbildes beginnen zu können. Die ca. einstündige Untersuchung lieferte die folgenden Befunde:

Es schloss sich nun die kausale Behandlung der Erkrankung an: Es wurde eine Schiene (siehe Aufbissschiene) eingesetzt, die durch Vorverlagerung des Unterkiefers die entzündeten Gewebe der Kiefergelenke entlastete und so das Abklingen der Entzündung ermöglichte. Außerdem sorgte diese Schiene für gleichmäßige Zahnkontakte und eine seitengleiche, harmonische Kontraktion der Kaumuskulatur. Um dies zu gewährleisten, wurde die Schiene regelmäßig angepasst. Begleitend erfolgte eine physiotherapeutische Behandlung, um die Muskelanspannung zu reduzieren. So wurde eine Normalisierung der dysfunktionellen Muskulatur in der individuellen neuromuskulären Zentrik ermöglicht.

Nach einigen Wochen war unsere Patientin beschwerdefrei.

Nach ca. sechs beschwerdefreien Monaten wurde die Schiene gegen eine zweite Schiene ausgetauscht. Diese zweite Schiene stellte eine Front- und Eckzahnführung ein, sodass die Kiefergelenke und die Kaumuskulatur in der neu gefundenen Unterkieferposition wieder belastet wurden. Auch mit dieser Schiene war die Patientin stabil schmerzfrei. Nach ca. einem Jahr Schienentherapie erfolgte die umfangreiche Abschlussuntersuchung. Neben vollständiger Schmerzfreiheit, konnte der Einfluss der Okklusion auf die Körperhaltung beseitigt werden. Auch das Knacken im Kiefergelenk konnte behoben werden, da sich die Gelenkscheiben wieder regelgerecht auf die Gelenkköpfe positioniert haben. Erschöpfungsgefühl, Konzentrations-schwierigkeiten und die seit Jahren bestehenden Kopfschmerzen waren nicht mehr vorhanden. Somit konnte die Schienentherapie erfolgreich abgeschlossen werden.

Da die Patientin die Schiene nicht auf Dauer tragen wollte, schloss sich eine kieferorthopädische Behandlung an. Im Zuge dieser Behandlung wurde die Stellung der Zähne so verändert, dass in der neuen, beschwerdefreien Unterkieferposition, die Zähne des Ober- und Unterkiefer optimal zusammenpassten. Gleichzeitig konnten Engstände der Frontzähne, die für die Patientin ästhetisch störend waren, korrigiert werden. So konnte die erfolgreiche CMD-Therapie mit einem ästhetischen Lächeln abgeschlossen werden. 

Wir bedanken uns bei Herrn Dr. Ralf-Günther Meiritz, Kieferorthopäde aus Schlüchtern, für diesen ausführlichen CMD-Patientenfall.

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